Das Überwinden der Gegensätze

Meine Freundin und Mentorin Rosa versorgt mich immer wieder mit guten Tipps über Literatur und Kunst. Durch sie habe ich von Hilma af Klint erfahren. Was für ein Geschenk!


Hilma af Klint lebte Ende des 19. Jahrhunderts in Stockholm (Schweden). Sie war eine der ersten Frauen, welche die Kunstakademie in Stockholm besuchte. Der Kunstbetrieb war immer noch männlich geprägt. Die Meinung der Männer war, dass Frauen das Malen als Hobby bis zu ihrer Heirat betreiben und dass sie nicht fähig seien, Neues zu produzieren.

Af Klint war als Portrait- und Landschaftsmalerin durchaus erfolgreich.


Aber was sie wirklich, im Verborgenen, interessierte, war mehr als die sichtbare Wirklichkeit. Mit vier weiteren Frauen ("Die Fünf") hielt sie regelmäßig Séancen (frz. Sitzungen) ab. Sie widmete sich dem Unsichtbaren und kommunizierte mit geistigen Führern, dessen Botschaften sie malte.


Und wie sie malte - floral, ornamental, pastos aufgetragen, auf riesigen Leinwänden. Hilma af Klint malte anders als zu ihrer Zeit üblich und wird zu recht als Pionierin der abstrakten Kunst genannt.

Themen mit denen sie sich auseinandersetzte, malte sie immer in Serien. So sind über 1000 Gemälde und Zeichnungen zum Thema menschlicher Existenz entstanden. Das Überwinden der Dualität vom männlichen und weiblichen Prinzip war immer Thema.


In ihrem Testament verfügte Af Klint, dass ihre Bilder frühestens 20 Jahre nach ihrem Tod gezeigt werden dürfen. Sie meinte, dass die Menschen vorher ihre Bedeutung nicht verstehen könnten. Das erinnert mich an das Rote Buch von C.G. Jung. Jung hat sich in Küsnacht am Züricher See immer wieder auf die Reise in seine eigene Seelenlandschaft gemacht. Er hat im Roten Buch seine Träume, seine Imaginationen, also seine bildliche Auseinandersetzung mit seinem Unbewußtem, niedergeschrieben und gemalt. Und er wollte, dass dieses Buch nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Ihm ging es anscheinend darum, dass er nach der Veröffentlichung seines Buches nicht mehr als Wissenschafter ernst genommen werden würde. Aber auch bei ihm war es wohl so, dass die Menschen noch nicht bereit dafür gewesen wären.


Sind sie es Heute?


Hilma af Klint's Bilder sind also Ausdruck einer anderen Welt. Und sie wurden bereits auf die Menschheit losgelassen. Ich habe sie im Louisiana Museum in Dänemark bewundert - das unten gezeigte Bild ist dort entstanden. Was für Bilder! Was für eine Kraft! Was für eine Klarheit! Sie haben mich augenblicklich im Innersten berührt ohne sie noch ansatzweise irgendwie zu verstehen.


Derzeit wird ihr die erste Einzelausstellung im New Yorker Guggeneheim Museum gewidmet. Warum gerade dort Af Klint's Bilder besonders gut aufgehoben sind, macht dieser Film deutlich: klicken sie hier



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